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Preußenathletin Meike Gerlach im ungebremsten Sprint zur DM

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Die Kurz- und Langsprints sind ihre Sache. Für den SC Preußen 06 e.V. Münster macht diese 16-Jährige auf sich aufmerksam: Seit Januar für den Adlerklub startend, hat Meike Gerlach aus Greven sozusagen ein Halbjahr im ungebremsten Sprint hingelegt. Und immer ging es in die eine Richtung – nach oben. Fünf Qualifikationen für die deutschen U18-Jugendmeisterschaften sind mittlerweile verbrieft.

Vor den anstehenden Westfalenmeisterschaften (20. und 21. Juni, Dortmund) trafen wir die Athletin und ihren Heimtrainer Peter Seiffert, den Fachmann für das Sprinttraining, am Horstmarer Landweg. Hier und in Saerbeck beim SC Falke, Meike Gerlachs Stammverein und Heimclub von Seiffert zugleich, werden die Grundlagen gelegt.

Pflichtbewusst und ambitioniert

Nachweislich erfolgreich arbeitet das Duo inzwischen im sechsten Jahr zusammen. Die Gymnasialschülerin, die 2016 ihr Abi machen wird, und ihr Coach kennen sich bestens und wissen, was sie einander haben. Fünfmal pro Woche für je zwei Stunden wird geübt, darin ist das Krafttraining in Saerbeck enthalten. „Ich merke sehr deutlich, was das bringt“, quält sich Meike Gerlach nicht durchs Programm, sondern stellt sich ihm pflichtbewusst. „Ich bin kräftiger geworden, meine Läufe fühlen sich schnell an.“

Sie sind es auch, wie die unbestechliche Uhr nach diversen Starts festhielt: Über 100 m (12,34 Sekunden), 200 m (25,38), über 100 m Hürden (14,55) und 400 m Hürden (63,10) dürfte Meike Gerlach Ende Juli, Anfang August in Jena um DM-Ehren mitmischen. Plus Staffel, denn sie gehört zum Preußenquartett mit Frieda Breitkopf, Imke Daalmann und Lea Kurdelbaum. Deutschlandweit waren bisher nur zwei andere B-Jugendmannschaften schneller. „Eine Staffel“, das weiß Peter Seiffert sicher, „ist für die Mädchen immer besonders interessant. Darauf haben alle große Lust.“ Teamwork auf der Strecke wird den Individualisten ansonsten ja weniger abverlangt.

„Ehrlich und nicht überzogen“

Mit Blick auf die deutsche Konkurrenz konzentriert sich die Athletin auf die 400 Hürden. „Im Vorjahr hat Meike hier die Quali knapp verpasst. Jetzt ist sie aktuell die Neuntbeste in Deutschland. Und einige vor ihr sind nur um Sekunden besser“, weiß Seiffert, wo die Chancen liegen. „Wir haben gemeinsam entschieden, diesen Start zu wählen.“ Meike Gerlach sagt: „Diese Hürdenstrecke kostet Nerven und ist anspruchsvoll, das motiviert mich. In Jena ins Finale zu laufen, das wäre nett.“ Diese Ambition stuft ihr Coach als „ehrlich und nicht überzogen“ ein.

Das passt wohl bestens zur Persönlichkeit der Sprinterin, die so gerne zufrieden strahlt. Seiffert weiß um ihren Ehrgeiz, bremst bei Bedarf und teilt die Belastungen klug ein. „Meike bringt alles mit, was man sich von einer Leistungssportlerin wünscht“, lobt er das disziplinierte und im Alltag gut strukturierte Ass. „Ihre große Akribie spricht für sich. Meike hat Biss, ohne verbissen zu sein.“ Zur großen Leistungsentwicklung komme der Umstand, seit einem Jahr von jeder Verletzung verschont geblieben zu sein. Reiner Zufall ist auch das nicht – die frühere Turnerin hat bereits als solche das notwendige Körpergefühl entwickelt.

Text: Thomas Austermann


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